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Unsere Ziele

Wir wollen ein lebenswertes, kinderfreundliches und klimagerechtes Dresden. Dafür muss die Stadt Dresden die Infrastruktur für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen entscheidend verbessern. Hierfür haben wir zehn Forderungen mit konkreten Maßnahmen definiert.

Mehr Informationen zum Bürgerbegehren und Bürgerentscheid finden sich in unseren FAQs.

1. Attraktives Fuß- und Radverkehrsnetz in Dresden und ins Umland

Bis 2030 wird ein durchgängiges, sicheres und barrierefreies Fuß- und Radwegenetz im Stadtgebiet Dresden geschaffen. Alle Stadtteile und Orte des öffentlichen Lebens sind von allen Menschen, auch Kindern und Senior:innen, zu Fuß oder mit dem Rad sicher erreichbar. Hierbei wird das Ziel Vision Zero (Reduktion der Anzahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten im Verkehr auf Null) verfolgt. Dazu werden Lücken in bestehenden Radverbindungen geschlossen. Fuß- und Radverkehrsanlagen sind baulich, z.B. als geschützte Radfahrstreifen, vom Kfz-Verkehr getrennt. Bestehende Flächen von öffentlichem Verkehr und Stadtgrün bleiben erhalten.

2. Sichere Umgestaltung von Kreuzungen und Ampelwartezeiten

Jährlich werden mindestens fünf Kreuzungen umgebaut mit dem Ziel die Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr zu erhöhen. Dies geschieht unter anderem durch eine wirksame Trennung zum Kfz-Verkehr und verringerte Abbiegegeschwindigkeiten. Kreuzungen werden barrierefrei gestaltet. Die Auswahl erfolgt priorisiert nach erhöhten Unfallzahlen und hohem Verkehrsaufkommen. Weiterhin werden die Wartezeiten an Ampeln für Fußgänger:innen überprüft und verkürzt. Das Überqueren der Fahrbahn in einer Grünphase wird für langsame Fußgänger:innen ermöglicht.

3. Sichere und barrierefreie Geh- und Radwege

Jährlich sind 15 km Straße nach folgenden Standards zuzüglich Sicherheitsabständen umzubauen:

a) Asphaltierte Radverkehrsanlagen mit einer Mindestbreite von 2,5 m. Ist es an Engstellen nicht möglich die Mindestbreite einzuhalten, kann auf maximal 10 % der Strecke davon abgewichen werden, ohne eine Mindestbreite von 1,5 m zu unterschreiten. Die Wege sind baulich, z.B. als geschützte Radfahrstreifen, vom Kfz- und Fußverkehr getrennt. Jährlich baut die Stadt Dresden an Hauptstraßen mindestens 5 km Radweg nach diesen Anforderungen.

b) Wo die Umsetzung dieser Vorgaben nicht möglich oder sinnvoll ist, können alternativ Fahrradstraßen eingerichtet werden. Neue Fahrradstraßen sollen mindestens 4,5 m breit sein. Fahrradstraßen sind deutlich markiert und durch geeignete Maßnahmen wie Einbahnstraßen und Diagonalsperren vom Durchgangsverkehr freizuhalten.

c) Barrierefreie Fußwege nach den Vorgaben der Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen (EFA), mindestens jedoch mit einer für den Fußverkehr nutzbaren Breite von 2,5 m. Bevorzugt sind Stellen umzubauen, die aufgrund von Kopfsteinpflaster oder starker Querneigung nicht barrierefrei nutzbar sind.

4. Aufwertung des Elberadwegs für den Fuß- und Radverkehr

Für eine konfliktfreie Nutzung werden Fuß- und Radverkehr auf dem Elberadweg getrennt geführt. Bis 2027 wird dieser rechtselbisch vom Blauen Wunder bis zur Pieschener Molebrücke und linkselbisch vom Blauen Wunder bis zur Marienbrücke entsprechend angepasst. Innerhalb der landschaftlichen und naturschutzrechtlichen Möglichkeiten wird sowohl der Fuß- als auch Radweg auf mindestens 3 m Breite ausgebaut.

5. Schaffung von Radschnellwegen

Für eine sichere und schnelle Anbindung zwischen Dresdner Zentrum und Umland werden bis 2027 leistungsstarke und kreuzungsarme Radschnellwege gebaut. Aus der Radschnellwegekonzeption für den Freistaat Sachsen werden folgende Verbindungen auf dem Dresdner Stadtgebiet umgesetzt: Richtung Coswig-Radebeul, Radeberg, Heidenau-Pirna und Freital.

6. Bau von Radabstellanlagen

An zentralen Haltestellen, öffentlichen Plätzen und in Wohngebieten werden jährlich mindestens 1500 Fahrradbügel, 250 Stellplätze in Fahrradboxen und 250 Abstellanlagen für Lastenräder geschaffen. Am Bahnhof Neustadt wird bis 2027 ein Radparkhaus mit mindestens 1000 Stellplätzen gebaut.

7. Lebenswerte Stadtviertel

Jährlich werden Flächen von in Summe mindestens 3000m², die zuvor vom motorisierten Verkehr genutzt wurden, nach folgenden Vorgaben umgestaltet:

  • sie haben eine hohe Aufenthaltsqualität für Fußgänger:innen (zB durch Bäume und Sitzgelegenheiten) und
  • die Nutzung durch motorisierten Individualverkehr wird – soweit rechtlich zulässig – baulich verhindert.

Die Nachbarschaft wird an den Planungen beteiligt.

8. Barrierefreie Querungsstellen und sichere Schulwege

Pro Jahr werden 25 neue, barrierefreie Zebrastreifen, Mittelinseln oder Gehwegvorziehungen für Fußgänger:innen auf Neben- und Hauptverkehrsstraßen errichtet. Diese werden gegen Falschparker:innen geschützt.

9. Fuß- und Radwege nutzbar halten

Mängel und Gefahrenstellen auf Fuß- und Radwegen sind unverzüglich zu beseitigen. Beim Winterdienst und Baustellen sind alle Verkehrsarten gleichberechtigt zu behandeln. Die Ordnungsbehörden werden – soweit rechtlich zulässig – angewiesen, Parkverstöße auf Fuß- und Radwegen verstärkt zu ahnden.

10. Transparente Verkehrswende

Ein Bericht über den Umsetzungsstand der Ziele und eine Übersicht über die geplanten Ausgaben für den Fuß- und Radverkehr, sowie beantragte Fördermittel sollen jährlich öffentlich präsentiert werden. Etwaiges Zurückbleiben hinter den Zielen ist zu begründen.